Die Geburtsstunde einer Legende: Wann und wie der FC Bayern München gegründet wurde

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Großes bewirken. Ein verrauchtes Wirtshaus, ein Haufen Fußballenthusiasten und eine Prise rebellischen Geistes - mehr brauchte es nicht, um den Grundstein für einen der erfolgreichsten Fußballvereine der Welt zu legen. Die Rede ist natürlich vom FC Bayern München. Aber wann genau schlug die Stunde Null für den Rekordmeister, und welche Geschichten ranken sich um diese historische Nacht? Tauchen wir ein in die faszinierende Vergangenheit, lange bevor Triple und Champions-League-Trophäen zum Standardrepertoire gehörten.

Für viele Fans ist der FC Bayern eine Institution, ein Synonym für Erfolg, Leidenschaft und manchmal auch für schlaflose Nächte. Doch wie jeder Gigant hatte auch dieser Club einmal bescheidene Anfänge. Es ist eine Erzählung von Aufbruch, Trennung und dem unerschütterlichen Glauben an die Macht des Fußballs. Vergessen Sie für einen Moment die glitzernden Arenen und die millionenschweren Transfers und begleiten Sie uns auf eine Zeitreise ins München des frühen 20. Jahrhunderts, wo alles begann.

Die Gründung des FC Bayern ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Daten, sondern ein lebendiges Stück Zeitgeschichte, das von den Charakteren seiner Gründerväter und den damaligen gesellschaftlichen Umständen geprägt wurde. Es ist eine Story, die zeigt, dass selbst die größten Erfolgsgeschichten oft aus einem Funken der Unzufriedenheit und dem Wunsch nach Veränderung entstehen. Und seien wir ehrlich: Wer hätte gedacht, dass ein Streit über die Zugehörigkeit zum Deutschen Fußball-Bund einmal solch epische Ausmaße annehmen würde?

Ein Abend, der Geschichte schrieb: Die offizielle Gründung

Der 27. Februar 1900. Ein Datum, das sich jeder Bayern-Fan rot im Kalender markieren sollte - auch wenn es damals noch keine Kalender-Apps gab. An diesem denkwürdigen Abend versammelten sich elf wagemutige Männer im Restaurant Gisela in der Münchner Schellingstraße. Es war keine rauschende Party oder ein geplantes Mega-Event, sondern vielmehr eine spontane Zusammenkunft, geboren aus Frustration und der brennenden Leidenschaft für den Fußball.

Der Auslöser war eine schicksalhafte Sitzung des Münchner TurnVereins 1879 (MTV 1879), bei der die Abteilung der Fußballer den Beitritt zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) beantragte. Ein für heutige Verhältnisse unvorstellbarer Vorgang: Die Turner wollten vom reinen Geräteturnen nichts wissen und lehnten den Antrag mit großer Mehrheit ab. Für die jungen, fußballbegeisterten Männer war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Es war klar: Wenn sie ihren Sport ernsthaft betreiben wollten, mussten sie eigene Wege gehen.

Angeführt von Franz John, einem der späteren Gründungsmitglieder und ersten Präsidenten, verließen die Fußballer noch an Ort und Stelle die Versammlung des MTV 1879. Mit dem Schwung des Protests und der Überzeugung, dass ihr Weg der richtige war, machten sie sich auf den kurzen Weg zum Restaurant Gisela. Dort, inmitten von Rauch und Diskussionen, warfen sie kurzerhand einen neuen Verein aus der Taufe: den FC Bayern München. Der Name war Programm und zeugte von lokalem Stolz und einem klaren Bekenntnis. Es war der Beginn einer Ära, die damals noch niemand in ihrer vollen Tragweite erahnen konnte.

Die Gründerväter: Visionäre mit Fußballsinn

Wenn man vom FC Bayern spricht, fällt oft der Name Franz John. Und das völlig zu Recht. John war nicht nur der erste Präsident des frisch gegründeten Clubs, sondern auch der eigentliche Motor hinter der Abspaltung. Seine Entschlossenheit und sein Weitblick waren entscheidend, um die junge Gruppe von Fußballern aus der Umklammerung des traditionsbewussten Turnvereins zu lösen und ihnen eine eigene Identität zu geben. Er verkörperte den modernen Sportsgeist jener Zeit, der sich von den starren Strukturen lösen und neue Wege gehen wollte.

Neben Franz John waren es weitere zehn Männer, die ihre Unterschrift unter das Gründungsprotokoll setzten und damit zu den ersten offiziellen Mitgliedern des FC Bayern München wurden. Ihre Namen mögen heute weniger bekannt sein als die der späteren Vereinslegenden, doch ihr Mut und ihre Überzeugung waren von unschätzbarem Wert. Sie alle teilten die Vision eines reinen Fußballvereins, in dem der Ball und das Spiel im Mittelpunkt standen, frei von den antiquierten Vorstellungen des Turnertums. Sie waren die Pioniere, die den Samen für das säten, was heute ein global agierender Sportgigant ist.

Diese Männer waren mehr als nur Sportler; sie waren Vorreiter einer neuen Bewegung. Ihre Leidenschaft für den Fußball war so groß, dass sie bereit waren, einen Bruch zu vollziehen und von Grund auf etwas Neues zu schaffen. Ohne ihre Initiative, ihren Gemeinschaftsgeist und ihren unbeirrbaren Glauben an die Zukunft des Fußballs wäre die Geschichte des FC Bayern wohl nie geschrieben worden. Sie legten das Fundament für eine Vereinskultur, die bis heute von sportlichem Ehrgeiz, Unabhängigkeit und dem Wunsch nach Exzellenz geprägt ist.

Vom Wirtshaus zur Weltbühne: Die ersten Schritte des FCB

Nach der euphorischen Gründungsnacht begann für den FC Bayern die harte Realität des Vereinslebens. Es galt, sich zu organisieren, Mitspieler zu finden und vor allem: Fußball zu spielen! Die ersten Jahre waren geprägt von bescheidenen Mitteln, aber unerschütterlichem Enthusiasmus. Man trainierte auf einfachen Plätzen, und die Ausrüstung war spartanisch. Doch der Geist der Mannschaft war schon damals unverkennbar: Man wollte gewinnen, man wollte sich messen, und man wollte vor allem Spaß am Spiel haben.

Die frühen Trikots des FC Bayern waren übrigens zunächst weiß mit schwarzen Hosen, ehe sich später die heute ikonischen roten und weißen Farben etablierten. Man trat in regionalen Ligen an, und auch wenn der ganz große Erfolg noch auf sich warten ließ, so konnte man doch schon erste Achtungserfolge verbuchen. Es war die Zeit, in der der Verein langsam, aber stetig wuchs, Mitglieder gewann und sich einen Namen in der Münchner Fußballlandschaft machte. Die Grundlage für das, was kommen sollte, wurde Stein für Stein gelegt.

Der Weg von der Gründung im Wirtshaus bis zur heutigen globalen Marke war lang und steinig, gespickt mit Höhen und Tiefen, Triumphen und Tragödien. Doch die Entschlossenheit der Gründerväter und die frühen Erfolge legten den Grundstein für die heutige Identität des Clubs. Es ist eine Geschichte, die von Beständigkeit, Innovation und der Fähigkeit erzählt, sich immer wieder neu zu erfinden, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen. Ein schönes Beispiel dafür, wie aus einem kleinen Funken ein gewaltiges Feuer werden kann, das bis heute hell brennt und Millionen Menschen auf der ganzen Welt begeistert.